Die New Work Map - Was ist das eigentlich?

Die New Work Map - Was ist das eigentlich?

Die Digitalisierung ist das Stichwort dafür geworden, dass Unternehmen sich verändern müssen um langfristig am Markt zu bleiben. Der Begriff scheint einleuchtend, wird doch alles irgendwie digitaler. Woran die Unternehmen aber wirklich schrauben müssen sind ihre Organisationsform, ihre Strukturen und die Art und Weise wie sie arbeiten. Sie brauchen New Work.

New Work ist immer dann relevant, wenn ein Unternehmen sich in einem dynamischen, komplexen Umfeld mit hohem Wettbewerbsdruck bewegt. Eine hierarchische Organisation, unabhängig davon ob sie eine Linien- oder Matrixorganisation haben, kann das erforderliche Tempo, mit dem Entscheidungen getroffen und Probleme gelöst werden müssen, nicht leisten. Wenn sich eine Kundin bei der Servicemitarbeiterin beschwert und diese keine Entscheidungsbefugnisse hat, ist die Kundin morgen weg.

Was Organisationen leisten müssen

Eine Organisation in diesem Kontext braucht also Mitarbeitende, die selbstständig gute Entscheidungen treffen können, motiviert und kreativ sind und stets das große Ganze im Blick haben. Die Organisationsform muss diese Anforderungen unterstützen und ermöglichen. Selbstorganisation (SO) kann das. SO stellt eine Alternative zur Hierarchie dar. Es ist keine Linien-, sondern eine Kreisorganisation. Mitarbeitende sind in Geschäfts- und Koordinationskreisen organisiert, mit Entscheidungsbefugnissen und klaren Verantwortlichkeiten ausgestattet. Sie wirken an der Strategie, der Zielentwicklung, der Budgetplanung und dem Recruiting mit und bringen sich aktiv ein. Die Geschäftsführung wird entlastet und kann ebenfalls an den Themen arbeiten, bei denen sie die größte Kompetenz hat.

Ein Unternehmen ist erfolgreich, wenn es gleichermaßen innovativ wie exzellent ist. Mit Selbstorganisation wird dies möglich: Selbstorganisierte Organisationen sind ambidexter.

Unternehmenslebenszyklus

Schwachstellen im Entwicklungszyklus

Sind Unternehmen nicht ambidexter, stehen sie vor unlösbaren Herausforderungen. In der Gründungs- und Startup-Phase haben Unternehmen einen hohen Grad an Innovation. Gleichzeitig fehlen ihnen effiziente Produktionsprozesse, sodass ihre Innovationskraft unrentabel ist.

Größere Unternehmen, die sich nun mit dem Thema Digitalisierung auseinandersetzen, sind wahnsinnig effizient aber wenig innovativ.

Früher hat es ausgereicht, wenn sich Innovation und Effizienz sequenziell ablösten. Es gab Phasen, in denen stand die Innovation im Vordergrund, danach wurde der Fokus wieder auf die Effizienz gerichtet. Heute funktioniert das nicht mehr. Viele Strukturen, die Effizienz bewirken, zerstören gleichzeitig die Innovationskraft der Unternehmen. Die Herausforderung besteht darin, die Prozesse zu identifizieren, die standardisiert und reglementiert werden können und gleichzeitig Strukturen zu schaffen, die Innovationsräume fixieren.

Die Voraussetzungen dafür, dass der Ambidexter erfolgreich ist, sind eine überzeugende strategische Absicht, die die Wichtigkeit von Innovation & Effizienz gleichermaßen rechtfertigt sowie eine ausformulierte Vision und Werte, die eine Vereinbarung beider Komponenten trägt. Es braucht entsprechende Strukturen und eine passende Kultur. Sofern ein Veränderungsprozess in diese Richtung angestrebt ist, müssen die Veränderungen mit dem Team und aus dem Team heraus gestaltet werden. Eine Blaupause auf das Unternehmen zu stülpen führt nicht zum Erfolg.

Was braucht New Work

Um New Work erfolgreich im Unternehmen zu implementieren, müssen sämtliche Ebenen abgeholt und einbezogen werden. Die einzelnen Mitarbeitenden sind gefragt, wenn es um die Entwicklung individueller Kompetenzen und die Anwendung von Methoden geht. Die Organisation muss strukturelle Anpassungen vornehmen und die Teams müssen in gleichem Maße mitziehen und sowohl Strukturen implementieren als auch Methoden anwenden.

Veränderungsgestalter und -begleiter sind die Geschäftsleitung, HR (Personalabteilung) und die Führungskräfte. Die Geschäftsleitung initiiert und stützt den Prozess, HR bringt ihre fachlichen Kompetenzen mit ein, um die Veränderungen zu gestalten und die Führungskräfte tragen sie. Die Mitarbeitenden werden auf dem Weg zu New Work selbst zu Führungskräften: jeder übernimmt Führung in verschiedenen Kontexten und Themen.

Erforderliche Strukturen

Strukturen strukturieren die Zusammenarbeit, geben eine Richtung vor und Mitarbeitende können sich an ihnen orientieren. Die New Work Strukturen ermöglichen es den Mitarbeitenden Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Die Vision beispielsweise gibt eine Richtung vor, die Mission setzt den handlungsorientierten Fokus und die Werte geben den Rahmen für sozial akzeptiertes Verhalten vor. Das Belohnungssystem orientiert sich nicht an individuellen Boni sondern fördert ganzheitliches Denken. Ein Teambonus, der sich am Unternehmenserfolg ausrichtet fördert die Motivation und den Unternehmergeist.

Informationen und Wissen werden transparent verteilt, sodass alle Mitarbeitenden qualifizierte Entscheidungen treffen können. Verantwortlichkeiten sind an Rollen statt an Positionen gebunden. Die Strukturen sind auf der Organisationsebene gleichermaßen implementiert wie auf der Teamebene.

Kompetenzen und Methoden

Auf der Teamebene werden Arbeits- und Kommunikationsprozesse sowie Entscheidungen nicht mehr zentral von einer Führungskraft gesteuert. Die Steuerung übernimmt das Team selbst. So sind Entscheidungsprozesse klar definiert und bewegen sich von der Expertenentscheidung bis zum demokratischen Mehrheitsentscheid. Nicht jede Situation erfordert den gleichen Prozess. Teammitglieder müssen entsprechende Kompetenzen entwickeln. Sie selbst entscheiden, wie die beste Lösung aussieht. Eine gute Entscheidungslogik ist in diesem Zusammenhang Effectuation. Weitere Kompetenzen, die für Mitarbeitende relevant sind, sind u.a. das Growth Mindset, Selbstführung und Kommunikationsstärke.

Was die New Work Map leistet

Die New Work Map gibt dir einen guten Überblick dazu, an welche Faktoren du denken musst, wenn du New Work bei euch implementieren möchtest. Strukturen, Methoden und Kompetenzen sind gleichermaßen relevant und kommen auf verschiedenen Ebenen zum Tragen. Über Beispiele wie ihr bestimmte Strukturen oder erste kleine Schritte zu mehr Selbstorganisation bei euch ausgestaltet freuen wir uns.

 
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